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Blauzungenkrankheit
Die Blauzungenkrankheit, auch Bluetongue (BT), Maulkrankheit oder Catarrhel fever of sheep genannt, ist eine Viruserkrankung der Wiederkäuer. Insbesondere erkranken Schafe (auch Mufflons), Rinder, Ziegen und andere domestizierte oder wild lebende Wiederkäuer. Die Tierseuche ist anzeigepflichtig. Das Virus ist für den Menschen ungefährlich. Fleisch- und Milchprodukte infizierter Tiere können ohne Bedenken verzehrt werden.
Krankheitssysmptome
Schafe zeigen ca. 7-8 Tage nach der Infektion die ersten Anzeichen einer akuten Erkrankung in Form erhöhter Körpertemperatur und Apathie. Die Tiere sondern sich von der Herde ab. Bald nach dem Anstieg der Körpertemperatur schwellen die geröteten Maulschleimhäute an. Es kommt zu vermehrtem Speichelfluss und Schaumbildung vor dem Maul. Die Zunge schwillt an, wird blau und kann aus dem Maul hängen. An den Klauen rötet sich der Kronsaum und schmerzt. Die Schafe können lahmen. Bei tragenden Tieren kann die Krankheit zur Fehlgeburt führen.
Die klinischen Symptome bei Rindern sind Entzündungen der Zitzenhaut und Schleimhäute im Bereich der Augenlider, Maulhöhle und Genitalien. Zudem treten Ablösungen der Schleimhäute im Bereich der Zunge und des Mauls sowie Blasen am Kronsaum auf. Diese Symptome ähneln den Symptomen der Maul- und Klauenseuche (s. Bilder der klinischen Symptome).
Das Virus bleibt in den Tieren in der Regel 100 Tage aktiv. Die Tiere bilden eine belastbare Immunität aus. Die Krankheit kann ausheilen.
Übertragung der Blauzungenkrankheit
Die Blauzungenkrankheit wird nicht unmittelbar von Tier zu Tier, sondern von Mücken übertragen. Sie trat bislang vor allem in warmen Ländern südlich des 44. Breitengrades (z. B. Türkei, Portugal, Spanien) auf. Durch die Einschleppung des Virus nach Deutschland haben sich einheimische Mückenarten als Überträger etabliert.
Überträger sind kleine, ein bis drei Millimeter große Mücken der Gattung Culicoides aus der Familie der Gnitzen. Sie fallen vor allem zwischen Abend- und Morgendämmerung Tiere im offenen Gelände an. Das Virus wird von den blutsaugenden Insekten aufgenommen. Nach einer Entwicklungszeit von ca. einer Woche kann das Virus bei einer Blutmahlzeit auf einen Säugetierwirt übertragen werden. Ein Schutz vor Mückenangriffen kann z. B. durch eine Stallhaltung in der Zeit von 1 Std. vor Sonnenuntergang bis 1 Std. nach Sonnenaufgang gewährleistet werden.
AKTUELLES:
Genehmigung der Impfung gegen BTV
Halter von Rindern, Schafen und Ziegen im Landkreis Verden dürfen seit Juli 2016 ihre Tiere auf freiwilliger Basis gegen die Blauzungenkrankheit mit einem inaktivierten Impfstoff der Serotypen 4 und 8 impfen lassen. Eine entsprechende Genehmigung hat das Veterinäramt des Landkreises Verden in Form einer Allgemeinverfügung erteilt. Einzelne Betriebe brauchen keine Einzel-Impfgenehmigung beantragen. [weiter]
